Ein seltsames Paar

Heute möchte ich mal einen Schokoladentipp geben, der zugegebenermaßen nicht alltäglich ist: Zartbitterschokolade mit Kräutern der Provence von der österreichischen Manufaktur Bachhalm. Ich weiß, dass ihr jetzt skeptisch die Augenbrauen hochzieht, aber die Kombination passt.  Außerdem konnte man sich auch sehr lange keine Chilischokolade vorstellen und heute gibt’s die in jedem Supermarkt, also wer weiß, was noch aus der Kräuterschokolade wird.krauter-der-provence

Was natürlich nicht schmeckt ist, die ganze Tafel so nebenbei zum Fernsehabend zu verputzen. Viel besser passt sie nach einem ausgiebigen Essen zusammen mit einem kräftigen Rotwein. Etwas anderes würde man bei dem Preis aber auch sicherlich auch ohnehin nicht tun…

Advertisements
Published in: on 17. Februar 2009 at 09:58  Comments (5)  

Fastfood-Knigge I

Oft habe ich in meiner Zeit als Sandwich-Artist über einige Verhaltensweisen von Gästen die Stirn gerunzelt. In Gesprächen mit Freunden habe ich dann herausgefunden, dass gewisse Dinge ohne bösen Willen passieren. Deshalb habe ich mir überlegt, die häufigsten Ärgernisse mal  nach und nach hier aufzuzählen, in der Hoffnung, dass meine Nachfolger in dem Laden etwas davon haben.

Torschlusspanik…

Daran fehlt es leider vielen, die so 5 Minuten vor Ende nur noch mal schnell was zu essen haben möchten. Ist an sich nicht so das Ding, aber dann bitte, bitte zum Mitnehmen! Wenn ihr da um 22.20 Uhr reinkommt, sind die Leute schon seit dem späten Nachmittag am Arbeiten und haben noch mindestens eine Stunde Putzen vor sich, da zählt dann echt irgendwann jede Minute. An dieser Stelle nochmal liebe Grüße an meinen Freund, der immer so geduldig wach geblieben ist, wenn ich mal wieder länger gebraucht hab…

Published in: on 12. Februar 2009 at 15:32  Schreibe einen Kommentar  

Kinder, Kinder

Der folgende Beitrag ereignete sich kurz vor Weihnachten. Der Laden war den ganzen Tag über so voll, dass man zwischen den Scharen von Kunden kaum zu den Regalen vordringen konnte, um sie aufzufüllen. Ohne Übertreibung kann man diese Zeit als Ausnahmezustand betrachten und dementsprechend war die Stimmung unter den Kollegen natürlich auch auf dem Nullpunkt angelangt. Endlich, kurz vor Feierabend, leerte sich das Geschäft langsam und wir begannen, die Spuren der Schlacht zu beseitigen und die Kampfstätte für den nächsten Tag zu rüsten.

Während ich also vor den Regalen stand und diese wieder auffüllte, zupfte mich jemand am Pullover. Neben mir stand ein kleiner Junge, der seine Schwester an der Hand hielt, die mich etwas schüchtern ansah. Er zeigt auf einen Schokolandenweihnachtsmann bei uns im Schaufenster, der etwa die gleiche Größe seiner Schwester hatte. „Ähm, ich soll Sie von meiner Schwester fragen, ob der Weihnachtsmann tatsächlich ganz aus Schokolade ist.“ Nachdem ich bestätigt hatte, dass man den wirklich auch essen könnte, standen beide einige Zeit völlig gebannt davor. Irgendwann entfuhr es seiner Schwester: „Dafür braucht man aber bestimmt ein ganzes Jahr!“weihnachtsmann

Nachdem ich vorgeschlagen hatte, dass dann eben die ganze Familie helfen müsste, schien der Vater, der geduldig in der Tür wartete, einige Befürchtungen zu haben (das gute Stück sollte immerhin knapp 70€ kosten) und rief seine Kinder wieder zu sich. Allerdings musste er in den nächsten Tagen noch ein paar Mal mit den beiden vor dem Schaufenster anhalten.

Das alles war so niedlich, dass ich mich für den stressigen Tag fast schon wieder entschädigt fühlte. Gestern habe ich dann gesehen, dass wir auch einen Osterhasen in der Größe geliefert bekommen haben. Ich freu mich schon auf die nächsten staunenden Gesichter!

Published in: on 6. Februar 2009 at 13:33  Comments (2)  

Die Aufklärung

Wer glaubt, ein Sandwich-Artist sei nur dazu da, Gemüse zu schneiden und Brote zu belegen, der irrt gewaltig. Auch in Fragen der Lebenshilfe stehen die Kollegen gern zur Verfügung, wie etwa bei den beiden jungen Herren, von denen diese Geschichte handelt (vermutlich waren sie so zwischen 14 und 15 und SEHR cool).

Während des ganzen Herstellungsprozesses von der Brotauswahl über das Gemüse zur Soße, waren die beiden schon kräftig dabei, mit meiner Kollegin zu flirten. Also, hier mal nur als Randbemerkung: Im Sandwichladen ist es wie in der Cocktailbar – die Frau hinterm Tresen kriegt man nicht und schon gar nicht, wenn man(n?) locker 8-9 Jahre jünger ist.

Kurz vorm Bezahlen unternahm der Eine aber dann doch noch einen letzten tomateverzweifelten Versuch: „Übrigens“, (er senkte natürlich seine seine Stimme etwas, um sie männlicher klingen zu lassen) „Übrigens, ich habe einen besonders tiefen Hals.“ Dabei schaute er sie verführerisch an. Sie blickte etwas irritiert zurück. „Mensch, da werden sich die Männer ja freuen.“ Dieser Satz wiederum ließ ihn  sehr fragend schauen. Seinem Kumpel schien die ganze Sache jetzt wohl doch ein bisschen unangenehm zu werden, jedenfalls meinte er dann ganz leise, sie sollten jetzt einfach gehen, er würde ihm den Rest später erklären.

Durch die Scheibe konnte wir dann begeistert mitverfolgen, wie er mit eindrucksvoller und ebenso eindeutiger Gestik erklärte, was sein Kumpel da gerade zu meiner Kollegin gesagt hatte. Immerhin hatte er jetzt wirklich was gelernt.

Published in: on 2. Februar 2009 at 11:42  Schreibe einen Kommentar