Aller Anfang ist schwer…

Heute nun also mein erster Beitrag für all die Menschen, die mir immer oft und gerne versichert haben, sie würden mich um meine Fähigkeiten beneiden und sowas auch gern mal ausprobieren. Ab heute könnt ihr hier Schritt für Schritt zu eurem ersten selbstgestrickten Stück kommen.

Ich habe mich dabei für einen Schal entschieden und das aus mehreren Gründen: Schals haben eine einfache Form und man muss sich nicht um solche Feinheiten wie Größen, Arm- und Halsausschnitte oder dergleichen Gedanken machen. Außerdem sind sie lang genug, dass man erstens genug Übungsfläche hat und zweitens auch den Platz, um verschiedene Muster auszuprobieren. Mein erster Schal war ein buntes Sammelsurium aus Formen und Farben – ärgert mich bis heute, dass ich den damals verschenkt habe, aber das ist eine andere Geschichte… Zur Sache:

Zuerst einmal kann ich euch wohl eine kleine Theoriestunde zum Material nicht ganz ersparen. Bei allem, was ich hier schreibe gilt aber: gerade beim ersten Stück nicht zu viel Geld ausgeben. Bevor ihr also alle die Läden stürmt, lieber in Omas Strickkorb wühlen und nicht ganz so genau an meine Angaben halten. Man wundertsich nämlich, wie viel Geld man für Handarbeitskram loswerden kann. Wäre ja ärgerlich, wenn man dann direkt ein kleines Vermögen für Nadeln ausgegeben hat und dann auf halbem Wege feststellt, dass man gar keinen Spaß am Stricken hat!

Damit also zur ersten Frage:

Welche Nadeln hätten’s denn gern?

Die erste große Frage lautet: rund oder nicht rund? Ich bevorzuge Rundstricknadeln (die heißen so, weil man damit zum Beispiel auch das Bünchen am Halsausschnitt vom Pullover – also eben rund – stricken kann):

Der Vorteil hieran ist, dass sich das Gewicht des Schals (das gute Stück sollte mindestens 1 – 1,5 m lang werden) besser verteilt und die Nadeln angenehmer zu halten sind. Ist aber nur meine Meinung und ganz bestimmt nicht für das Ergebnis entscheidend. Auch hier gilt: Bevor unnütz Geld ausgegeben wird, lieber nehmen was da ist.

Zum bequemen Stricken sind Nadeln am besten, die weder zu dick, noch zu dünn sind. Ich habe mit 5 mm angefangen und bin eigentlich ganz gut damit gefahren. Ich denke aber, dass auch 3,5 mm noch in Ordnung gehen. Weniger sollte es aber dann doch nicht sein, weil man sonst viel zu viele Reihen braucht und ihr wollt den Schal ja auch möglichst im kommenden Winter schon euren Bewunderern präsentieren (Ihr wisst schon: Echt??? Selbst gemacht???). Die Stärke ist meistens irgendwo am hinteren Ende der Nadeln eingeprägt:

Und welche Wolle?

Die Farbe ist natürlich völlig egal! Zum Material kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass ich verrückt werde, wenn ich Schafwolle trage (und wenn sich das Knäuel noch so flauschig anfühlt – es KRATZT), aber das wisst ihr ja sicherlich selbst am besten. Eigentlich bekommt man auch überall Knäuel aus Baumwolle oder Polyester. Wie die Farbe bleibt das aber jedem selbst überlassen, wer sich aber ganz genau informieren will, kann hier mal nachschauen Das Material findet ihr auf dem Etikett:

Wo wir gerade schon mal da sind:

Auf dem Etikett finden sich auch alle anderen Angaben, die ihr kennen solltet und ich mal in aller Kürze erkläre:

Gewicht und Lauflänge:

Das deutsche Durchschnittsknäuel wiegt 50 g. Wirklich interessant ist aber vor allem die Lauflänge, also die Länge des Fadens, wenn man denn das Knäuel vollständig abwickeln wollte. Hier gilt : Je größer die Lauflänge, desto dünner der Faden, denn umso mehr Faden braucht man, um 50 g zusammenzukriegen. Davon ist natürlich dann auch die Breite des Werks abhängig, denn 50 Maschen bei einer Lauflänge von 50 m werden natürlich breiter sein als 50 Maschen bei einer Lauflänge von 150 m.

Für euren Schal ist das weniger wichtig als zum Beispiel für einen Pullover, bei dem das schnell mal 1-2 Konfektionsgrößen ausmachen kann. Von wirklicher Bedeutung ist das nur, wenn ihr mal die Farbe wechseln solltet. Bei unterschiedlich dicker Wolle wird dann der Rand nicht mehr ganz gleichmäßig gerade sein. Da er das aber bei den wenigsten Anfängern ist, habt ihr dann wenigstens eine intelligente Ausrede!

Zu den Waschanleitungen sage ich jetzt mal nichts, denn die sollte man ja schon von seinen restlichen Klamotten kennen (wer doch noch Nachholbedarf hat – voilà!)

Interessant ist vielleicht noch die Angabe zur Maschenprobe:

Hier strickt man ein kleines Quadrat von 10 x 10 cm, um herauszufinden, wie viele Maschen bzw. Reihen das wohl ausmacht. In meinem Beispiel sollten 20 Maschen und 27 Reihen dieses Quadrat bilden. Wer andere Werte erhält, strickt entweder lockerer (dann braucht man für 10 cm weniger Maschen/Reihen) oder fester (dann sind es dementsprechend mehr). Ich bin aber immer zu faul für die Maschenprobe und habe damit bisher auch immer ganz gut gelebt. Kann man machen, muss man aber nicht…

Und jetzt das Letzte….

Diese Zahlen ganz unten geben eine Empfehlung für die Nadelstärke ab. Wenn man also für diese Wolle also Nadelstärke 3,5 – 4 mm verwendet, wird die Maschenprobe einigermaßen hinkommen und das Werk sieht auch noch gut aus, denn wer für zu dünne Fäden riesige Nadeln benutzt, wird wohl höchstwahrscheinlich lauter kleine Löcher drin haben – beim Pullover blöd, für nen Schal aber nicht ganz so dramatisch, ihr erkennt also langsam die Vorteile…

Und noch ein allerletzter Tipp für etwas spätere Projekte:

Wenn ihr etwas kleinere Muster strickt (Kästchen oder Dreiecke), dann verwendet keine glänzende, sondern eher matte Wolle. Das Muster wird sonst sehr unruhig und wirkt nicht mehr gut, aber das ist doch noch fernere Zukunft und sein nur der Vollständigkeit halber erwähnt!

So viel erstmal zur zugegebenermaßen grauen Theorie. Beim nächsten Mal geht’s dann aber auch wirklich los. Euch erstmal viel Spaß beim Wühlen in Omas Fundus!

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Published in: on 16. Juni 2009 at 19:58  Comments (2)  

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2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. erstmal danke an krümel, für die Verkürzung meines zugigen Bahnhofsaufenthaltes in Berlin Spandau. Ich hätte jetzt gern einen Schal in fertig!
    aber ans eingemacht: die guten Vorsätze sind weg. geflogen. man is das kompliziert…
    vielleicht hab ich ja nach schlafen mehr elan.

  2. Ist alles gar nicht so schlimm wie es klingt. Ab jetzt wirds auch weniger theoretisch! Versprochen!!


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