Ein seltsames Paar

Heute möchte ich mal einen Schokoladentipp geben, der zugegebenermaßen nicht alltäglich ist: Zartbitterschokolade mit Kräutern der Provence von der österreichischen Manufaktur Bachhalm. Ich weiß, dass ihr jetzt skeptisch die Augenbrauen hochzieht, aber die Kombination passt.  Außerdem konnte man sich auch sehr lange keine Chilischokolade vorstellen und heute gibt’s die in jedem Supermarkt, also wer weiß, was noch aus der Kräuterschokolade wird.krauter-der-provence

Was natürlich nicht schmeckt ist, die ganze Tafel so nebenbei zum Fernsehabend zu verputzen. Viel besser passt sie nach einem ausgiebigen Essen zusammen mit einem kräftigen Rotwein. Etwas anderes würde man bei dem Preis aber auch sicherlich auch ohnehin nicht tun…

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Published in: on 17. Februar 2009 at 09:58  Comments (5)  

Kinder, Kinder

Der folgende Beitrag ereignete sich kurz vor Weihnachten. Der Laden war den ganzen Tag über so voll, dass man zwischen den Scharen von Kunden kaum zu den Regalen vordringen konnte, um sie aufzufüllen. Ohne Übertreibung kann man diese Zeit als Ausnahmezustand betrachten und dementsprechend war die Stimmung unter den Kollegen natürlich auch auf dem Nullpunkt angelangt. Endlich, kurz vor Feierabend, leerte sich das Geschäft langsam und wir begannen, die Spuren der Schlacht zu beseitigen und die Kampfstätte für den nächsten Tag zu rüsten.

Während ich also vor den Regalen stand und diese wieder auffüllte, zupfte mich jemand am Pullover. Neben mir stand ein kleiner Junge, der seine Schwester an der Hand hielt, die mich etwas schüchtern ansah. Er zeigt auf einen Schokolandenweihnachtsmann bei uns im Schaufenster, der etwa die gleiche Größe seiner Schwester hatte. „Ähm, ich soll Sie von meiner Schwester fragen, ob der Weihnachtsmann tatsächlich ganz aus Schokolade ist.“ Nachdem ich bestätigt hatte, dass man den wirklich auch essen könnte, standen beide einige Zeit völlig gebannt davor. Irgendwann entfuhr es seiner Schwester: „Dafür braucht man aber bestimmt ein ganzes Jahr!“weihnachtsmann

Nachdem ich vorgeschlagen hatte, dass dann eben die ganze Familie helfen müsste, schien der Vater, der geduldig in der Tür wartete, einige Befürchtungen zu haben (das gute Stück sollte immerhin knapp 70€ kosten) und rief seine Kinder wieder zu sich. Allerdings musste er in den nächsten Tagen noch ein paar Mal mit den beiden vor dem Schaufenster anhalten.

Das alles war so niedlich, dass ich mich für den stressigen Tag fast schon wieder entschädigt fühlte. Gestern habe ich dann gesehen, dass wir auch einen Osterhasen in der Größe geliefert bekommen haben. Ich freu mich schon auf die nächsten staunenden Gesichter!

Published in: on 6. Februar 2009 at 13:33  Comments (2)  

Der Kunde ist König

Wie ich bereits angedeutet habe, frage ich mich ab und an doch, was mich in grauer Vorzeit bewegt hat, mit Kunden zu tun haben zu wollen. Hier ist so eine Geschichte, die mich mal wieder stark an meiner Entscheidung zweifeln ließ:

Der Laden, in dem ich arbeite, ist für sehr hochwertige Produkte ausgelegt. So liegt die günstigste Tafel Schokolade, die wir haben bei ca. 2,30 € (100  g versteht sich) und das Ganze geht dann hoch bis 9,50 € – dafür gibt’s dann allerdings auch 115 g. Dementsprechend erwarten die Kunden auch einen gewissen Standard beim Service, den sie meines Erachtens auch bekommen. Nur… einigen reicht es dann eben doch noch nicht so ganz.

schokolikor

Stellen wir uns also folgendes Szenario vor. Ein recht stattlicher Herr betritt den Laden, baut sich direkt vor mir auf und begrüßt mich mit folgenden Worten:

Kunde: „Wo kann ich mich denn hier beschweren?“

Ich (fühle mich plötzlich sehr als Krümel, bleibe aber freundlich): „Bei mir. Waren Sie mit einem unserer Produkte nicht zufrieden?“

Kunde: „Ich habe hier vor einigen Tagen einen Schokoladenlikör gekauft und der war ranzig. Da kann ich ja wohl erwarten, mein Geld zurück zu bekommen!“

Ich (bin schon etwas angefressen über die Art, kann aber noch zuvorkommend lächeln): “ Aber selbstverständlich. Haben Sie die Flasche denn dabei?“

Er: „Natürlich nicht. Hab ich alles an meine Gäste ausgeschenkt und jetzt ist die Flasche leer.  Sowas schlepp ich doch nicht mit mir rum.“

Ich (habe ihm in Gedanken schon mit seinem eigenen Seidenschal geknebelt): “ Das heißt, die Flasche haben Sie auch weggeworfen. Haben Sie denn den Bon dabei?“

Er: „Ich bin kundiger Verbraucher und kenne meine Rechte. Für Reklamationen brauche ich keinen Bon!“

Ich (zwinge mich zu einem GANZ RUHIGEN und freundlichen Ton): „Der Bon ist nicht immer erforderlich, aber ich bräuchte schon einen Beleg dafür, dass Sie den Likör auch hier gekauft haben.“

Er: „Holen Sie doch mal bitte den Filialleiter!“

Ich: „Es tut mir sehr Leid, aber die Chefin hat heute frei!“

Er: „Dann rufen Sie sie an!!“

Ich denke ganz fest an die Pinguine aus dem Film „Madagascar“ : Lächeln und winken, Männer, lächeln und winken. Dann beschließe ich, dass nun der Punkt gekommen ist, die Verantwortung vom Krümel auf den Keks zu übergeben und rufe meine Chefin an. Ich erzähle ihr kurz, worum es geht und sie verlangt ihn ans Telefon. Was folgt sind ungefähr 15 Minuten hitzige Diskussionen, mit denen er den ganzen Laden unterhält. Am Ende spreche ich wieder mit ihr und ich soll die Bereichsleitung anrufen.

(Anmerkung des Autors: Der Keks gibt hiermit die Verantwortung an den Kuchen ab.)

Nach einem Anruf bei der Bereichsleitung, welche auch die Ehre hat, ein längeres Gespräch mit dem Herrn zu führen, kriege ich die resigniert-entnervte Anweisung: „Geben Sie ihm das Geld. Der Kunde ist König.“

Und worum ging es letztendlich? 8,40 €!!

idefix1

Published in: on 23. Januar 2009 at 00:48  Comments (2)